Technische Definition
Der Phosphorgehalt ist ein Maß für die Konzentration phosphorhaltiger Verbindungen im Wasser des Heizungssystems, ausgedrückt in Milligramm pro Liter (mg/l).
In geschlossenen Heizungssystemen kann Phosphor in geringen Konzentrationen natürlich im Füllwasser vorkommen, er kann aber auch durch phosphathaltige Korrosionsinhibitoren, Reinigungsmittel, Aufbereitungschemikalien oder Verunreinigungen in das System gelangen..
Phosphor ist daher häufig ein nützlicher Parameter für die Aufbereitung und Diagnose. Bei Einsatz von phosphatbasierten Aufbereitungschemikalien kann die Phosphorkonzentration Aufschluss über das Vorhandensein oder die Konzentration dieser Chemikalien geben. Unter bestimmten wasserchemischen Bedingungen kann Phosphat zudem mit Metallen oder hartheitsbildenden Mineralien reagieren und zur Bildung von Niederschlägen oder Ablagerungen beitragen.
Vereinfachte Definition
Der Phosphorwert gibt die Menge an phosphorhaltigem Material im Systemwasser an.
Es kann aus dem ursprünglich eingefüllten Wasser oder aus Chemikalien zur Aufbereitung des Heizungssystems stammen, insbesondere aus Produkten, die Phosphate enthalten. Eine Untersuchung kann Aufschluss darüber geben, wie das System behandelt wurde und ob ungewöhnliche chemische Werte oder Ablagerungen vorliegen.
Phosphor ist nützlich, da seine Konzentration Aufschluss über die chemische Aufbereitung und den Gesamtzustand des Wassers im Heizungssystem geben kann.
Ein auffälliger oder unerwarteter Phosphatwert kann auf Folgendes hindeuten:
Das Vorhandensein eines phosphathaltigen Korrosionsinhibitors oder einer Aufbereitungschemikalie.
Falsche oder übermäßige Dosierung eines Aufbereitungsprodukts.
Verdünnung einer phosphathaltigen Aufbereitung durch wiederholtes Nachfüllen.
Nach der Wartung des Systems verbleibende Reinigungschemikalien.
Verunreinigung durch eine andere Chemikalie oder Wasserquelle.
Veränderungen der Aufbereitungschemie nach dem Entleeren, Spülen oder Wiederbefüllen.
Natürlich vorkommendes Phosphat oder Phosphor im ursprünglichen Füllwasser.
Bedingungen, die die Bildung phosphathaltiger Ablagerungen begünstigen können.
Phosphatverbindungen können in einigen Wasseraufbereitungsformulierungen verwendet werden, da sie zum Korrosionsschutz beitragen können, unter anderem indem sie mit Metalloberflächen reagieren und so zur Bildung von Schutzfilmen beitragen.
Phosphorhaltige Verbindungen können jedoch auch mit anderen Stoffen im System reagieren. Beispielsweise kann Phosphat mit Kalzium, Eisen oder anderen Metallen reagieren und dabei relativ schwer lösliche Verbindungen bilden.
Wenn es zu Ausfällungen kommt, kann dies Folgendes begünstigen:
Ablagerungen im Heizsystem.
Verschmutzung von Wärmetauschern.
Eingeschränkter Durchfluss durch enge Wasserwege.
Erhöhte Konzentration an Schwebstoffen.
Verringerte Wärmeübertragungsleistung.
Ansammlung von Material in Ventilen, Pumpen oder anderen Komponenten.
Phosphor kann auch als Teil eines chemischen Fingerabdrucks des Systems besonders nützlich sein. Wenn das Füllwasser sehr wenig Phosphor enthält, das zirkulierende Systemwasser jedoch eine deutlich höhere Konzentration aufweist, kann dies auf die Zugabe einer phosphorhaltigen Behandlungschemikalie hinweisen.
Umgekehrt kann eine sinkende Phosphorkonzentration, wenn bekanntermaßen ein Inhibitor auf Phosphatbasis vorhanden sein sollte, auf eine Verdünnung oder einen Verlust der Behandlung hindeuten. Die korrekte Interpretation hängt jedoch von der verwendeten Formulierung ab.
Bei der Beurteilung der Behandlungshistorie und der Gesamtchemie des Heizungswassers sollte Phosphor daher zusammen mit Parametern wie Molybdat, Natrium, Leitfähigkeit, Calcium, Gesamthärte, Schwebstoffen, pH-Wert und Inhibitorkonzentration betrachtet werden.
Phosphor sollte normalerweise nicht isoliert bewertet werden. Seine Bedeutung hängt stark davon ab, welche phosphorhaltige Verbindung vorhanden ist und warum sie vorhanden ist.
Ein relativ hoher Phosphorwert ist nicht automatisch ein Hinweis auf ein Problem. Er kann zu erwarten sein, wenn das System gezielt mit einem phosphathaltigen Inhibitor oder einem anderen Behandlungsprodukt behandelt wurde.
Ebenso lässt sich anhand der Phosphorkonzentration allein nicht feststellen, ob ein Korrosionsinhibitor ordnungsgemäß wirkt. Verschiedene Behandlungsprodukte haben unterschiedliche chemische Zusammensetzungen. Daher muss die zu erwartende Phosphorkonzentration im Verhältnis zum bekannten Produkt, der empfohlenen Dosierung und dem Behandlungsregime beurteilt werden.
Wichtig ist auch, die Möglichkeit einer Ausfällung zu berücksichtigen. Ist der Phosphorwert zusammen mit Parametern wie Calcium, Eisen oder Schwebstoffen erhöht, kann dies ein zusätzlicher Hinweis darauf sein, dass sich phosphathaltige Ablagerungen bilden.
Das Ergebnis ist daher am aussagekräftigsten, wenn es mit der ursprünglichen Füllwasserchemie, früheren Testergebnissen und den bekannten, im System vorhandenen Behandlungsprodukten verglichen wird.