Technische Definition
Geruch ist eine qualitative Bewertung jedes wahrnehmbaren Geruchs, der mit dem Heizungswasser verbunden ist. Anders als Parameter wie pH-Wert, Chlorid oder Eisen wird er normalerweise nicht als numerische Konzentration angegeben.
Bei einer korrekt behandelten, geschlossenen Heizungsanlage ist normalerweise nicht zu erwarten, dass das zirkulierende Wasser einen starken oder ungewöhnlichen Geruch hat. Ein auffälliger Geruch kann ein frühes Anzeichen für mikrobiologische Aktivität, chemische Verunreinigungen, den Abbau von Behandlungsprodukten oder andere Veränderungen des Anlagenwassers sein.
Ein besonders wichtiges Beispiel ist ein Geruch nach Schwefelwasserstoff oder „faulen Eiern“, den Fernox mit dem Vorhandensein korrosiver sulfatreduzierender Bakterien in Heizungsanlagen in Verbindung bringt.
Vereinfachte Definition
Der Geruch beschreibt, ob das Heizungswasser ungewöhnlich riecht oder einen wahrnehmbaren Geruch hat.
Anlagenwasser sollte normalerweise keinen starken, unangenehmen Geruch haben. Ein übler oder unerwarteter Geruch kann auf bakterielle Aktivität, Verunreinigungen oder eine Veränderung der in der Anlage vorhandenen Chemikalien hinweisen.
Der Geruch ist hilfreich, weil bestimmte Veränderungen im Heizungswasser charakteristische Gerüche verursachen können, die unmittelbar darauf hinweisen, dass weitere Untersuchungen erforderlich sein könnten.
Ein auffälliger Geruchsbefund kann auf Folgendes hinweisen:
Mikrobiologische Aktivität innerhalb des Heizsystems.
Sulfatreduzierende Bakterien, die Schwefelwasserstoff produzieren.
Chemische Verunreinigung.
Rückstände von Reinigungs- oder Behandlungschemikalien.
Abbau oder Zersetzung bereits im System vorhandener Chemikalien.
Einbringen einer ungeeigneten Chemikalie oder einer externen Flüssigkeit.
Änderungen der Wasserchemie nach der Reinigung, Wartung oder Neubefüllung.
Stagnierende Bedingungen, die das biologische Wachstum begünstigt haben.
Verunreinigung des Systems durch eine andere Wasserquelle.
Einer der diagnostisch aussagekräftigsten Gerüche ist ein Geruch nach faulen Eiern oder Schwefel. Fernox zufolge kann in Heizsystemen Schwefelwasserstoff auftreten. Den charakteristischen Geruch nach faulen Eiern bringt das Unternehmen mit korrosiven sulfatreduzierenden Bakterien in Verbindung.
Das ist wichtig, weil sulfatreduzierende Bakterien mit mikrobiologisch beeinflusster Korrosion (MIC) in Verbindung stehen können. Ihre Aktivität kann lokale Bedingungen schaffen, die den Abbau metallischer Bauteile begünstigen.
Bei einer mikrobiologischen Verunreinigung kann es unter anderem zu folgenden Folgen kommen:
Beschleunigte lokale Korrosion.
Bildung von Schwefelwasserstoff.
Schwarze Ablagerungen oder Schlamm.
Biofilmbildung.
Verschmutzung von Systemkomponenten.
Verschlechterung des Zustands von Rohrleitungen, Wärmetauschern oder Armaturen.
Verringerte Wirksamkeit des Wasseraufbereitungsprogramms.
Anhaltende unangenehme Gerüche.
Vorzeitiger Ausfall von Komponenten in schweren Fällen.
Fernox bietet außerdem Produkte an, die speziell zur Bekämpfung von Bakterien, Algen und Biofilmen in Wassersystemen bestimmt sind. Dies unterstreicht die Bedeutung mikrobiologischer Kontamination als Aspekt der Wasserqualität.
Andere Gerüche können möglicherweise von den Aufbereitungschemikalien selbst stammen. Beispielsweise wird Fernox System Neutraliser ein leichter ammoniakartiger Geruch zugeschrieben. Das zeigt, warum die Aufbereitungshistorie bekannt sein muss, bevor ein ungewöhnlicher Geruch automatisch als Verunreinigung gedeutet wird.
Der Geruch sollte daher zusammen mit Parametern wie Aussehen, Sulfaten, Ammoniak, Nitrit, Nitrat, pH-Wert, Schwebstoffen und den Ergebnissen mikrobiologischer Tests berücksichtigt werden, wenn der Gesamtzustand des Systemwassers beurteilt wird.
Gerüche sollten normalerweise nicht isoliert beurteilt werden. Es handelt sich um eine subjektive Beobachtung, anhand derer sich ohne ergänzende Laboranalysen in der Regel keine spezifischen Schadstoffe oder Chemikalien identifizieren lassen.
Zum Beispiel:
Ein Geruch nach faulen Eiern kann auf Schwefelwasserstoff hinweisen, der mit sulfatreduzierenden Bakterien in Verbindung steht.
Ein ammoniakartiger Geruch kann mit Ammoniak oder einer ammoniakhaltigen Behandlungschemikalie zusammenhängen, doch der Geruch allein kann die Ursache nicht bestätigen. Fernox System Neutraliser hat beispielsweise im Rahmen seiner normalen Produktspezifikation einen leicht ammoniakartigen Geruch.
Ein chemischer Geruch kann von einem geeigneten Reinigungsmittel, Korrosionsschutzmittel, Glykol oder einem anderen Behandlungsprodukt stammen.
Das Fehlen eines wahrnehmbaren Geruchs bestätigt nicht, dass das Anlagenwasser chemisch in Ordnung ist.
Gerüche sollten daher als beobachtender Warnhinweis und nicht als definitive diagnostische Prüfung dienen.
Ungewöhnliche Gerüche sollten zusammen mit der Behandlungshistorie, dem Erscheinungsbild sowie den chemischen Laboranalysen und mikrobiologischen Ergebnissen der Anlage beurteilt werden, bevor die Ursache bestimmt wird. Proben mit unbekannten Chemikalien sollten außerdem nicht absichtlich eingeatmet werden, um einen Geruch zu identifizieren.