Technische Definition
Der berechnete Gesamtgehalt an gelösten Feststoffen (TDS) ist ein geschätzter Messwert für die Gesamtkonzentration der im Wasser des Heizungssystems enthaltenen gelösten ionischen Stoffe, ausgedrückt in Milligramm pro Liter (mg/l).
Zu diesen gelösten Stoffen können Kalzium, Magnesium, Natrium, Kalium, Chlorid, Sulfat, Bicarbonat, Carbonat und gelöste Aufbereitungschemikalien sowie weitere lösliche Salze und Mineralien gehören.
Das Wort „berechnet“ ist wichtig. Anstatt das Wasser physikalisch zu verdampfen und die verbleibende gelöste Substanz zu wiegen, wird der berechnete TDS-Wert in der Regel anhand der elektrischen Leitfähigkeit des Wassers unter Verwendung eines geeigneten Umrechnungsfaktors ermittelt:
Berechneter TDS-Wert (mg/l) ≈ Leitfähigkeit (µS/cm) × Umrechnungsfaktor
Der genaue Umrechnungsfaktor hängt von der ionischen Zusammensetzung des Wassers ab. In veröffentlichten analytischen Leitfäden liegen die Umrechnungsfaktoren von der Leitfähigkeit zum TDS-Wert in der Regel im Bereich von etwa 0,55 bis 0,8, was zeigt, dass der aus der Leitfähigkeit berechnete TDS-Wert eher eine Schätzung als eine direkte Messung ist.Fernox Laboratories specifically lists “Total Dissolved Solids (calculated)” as one of its general water-quality parameters.
Vereinfachte Definition
Der Wert „Gesamtgehalt an gelösten Feststoffen“ gibt einen ungefähren Hinweis darauf, wie viel gelöstes Material im Wasser des Heizungssystems vorhanden ist.
Dies umfasst gelöste Salze, Mineralien und Behandlungschemikalien, die im Wasser nicht unbedingt sichtbar sind. Ein hoher oder sich ändernder TDS-Wert kann darauf hindeuten, dass das Systemwasser mehr gelöste Stoffe als erwartet enthält, und kann dabei helfen, Kontamination, unzureichendes Spülen oder Veränderungen der Wasserchemie zu identifizieren.
TDS ist wichtig, weil es einen nützlichen Gesamtüberblick über die Menge der gelösten Stoffe im Systemwasser bietet.
Anstatt eine bestimmte Chemikalie zu identifizieren, gibt TDS einen breiten Überblick darüber, wie konzentriert die gelösten Salze und Behandlungschemikalien sind.
Ein abnormales oder unerwartet hohes TDS-Ergebnis kann darauf hindeuten:
Hohe Konzentrationen gelöster Salze oder Mineralien im Füllwasser.
Restliche Reinigungschemikalien nach einer Systemreinigung.
Unzureichendes Spülen nach chemischer Reinigung.
Hohe Konzentrationen von Behandlungschemikalien.
Kontamination aus einer anderen Wasser- oder Chemikalienquelle.
Wiederholtes Auffüllen mit Leitungswasser.
Konzentration gelöster Stoffe im System im Laufe der Zeit.
Veränderungen der Systemwasserchemie seit der ursprünglichen Befüllung des Systems.
Einführung von hartem oder hochmineralisiertem Füllwasser.
Ein unerwarteter Anstieg gelöster Korrosionsprodukte oder anderer ionischer Stoffe.
Eine besonders wichtige Verwendung von TDS in Heizsystemen ist die Beurteilung, ob ein System nach chemischer Reinigung angemessen gespült wurde.
Fernox gibt ausdrücklich an, dass die primäre Verwendung seines TDS-Messgeräts darin besteht, zu bestimmen, ob ein System nach chemischer Reinigung korrekt gespült wurde, indem die TDS-Messwerte des Leitungswassers und des Systemwassers verglichen werden.
Wenn beispielsweise das eingehende Füllwasser einen relativ niedrigen TDS-Wert hat, aber das Systemwasser nach der Reinigung deutlich höher bleibt, kann dies darauf hindeuten, dass Reiniger, gelöste Verunreinigungen oder andere chemische Rückstände im System verbleiben.
Erhöhte gelöste Feststoffe können auch die Gesamteigenschaften des Systemwassers beeinflussen, da gelöste Ionen die elektrische Leitfähigkeit und das elektrochemische Verhalten beeinflussen. Die Leitfähigkeit nimmt zu, wenn die Konzentration gelöster ionischer Stoffe ansteigt.
Das Testen berechneter TDS-Werte kann daher helfen:
Zu beurteilen, ob ein System ordnungsgemäß gespült wurde.
Systemwasser mit dem ursprünglichen Füllwasser zu vergleichen.
Unerwartete Veränderungen des gelösten Mineral- oder Salzgehalts zu erkennen.
Mögliche chemische Kontamination zu identifizieren.
Veränderungen nach Reinigung, Behandlung oder Wartung zu überwachen.
Die Interpretation eines ungewöhnlich hohen Leitfähigkeitsergebnisses zu unterstützen.
Ein umfassenderes Bild der Gesamtwasserqualität des Systems zu erstellen.
Systeme zu identifizieren, bei denen weitere chemische Analysen erforderlich sein können.
TDS sollte daher zusammen mit Parametern wie Leitfähigkeit, Chlorid, Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Sulfate und behandlungsbezogene Messungen bei der Bewertung der Gesamtchemie des Systemwassers berücksichtigt werden.
Berechnete TDS sollte normalerweise nicht isoliert bewertet werden, und ein hoher Wert bedeutet nicht automatisch, dass das Heizungssystemwasser ungeeignet ist.
Dies ist besonders wichtig, da vorteilhafte Behandlungschemikalien auch zu TDS beitragen. Ein ordnungsgemäß behandeltes System mit Korrosionsinhibitor, Glykol oder anderen gelösten Behandlungschemikalien kann legitim einen höheren TDS-Wert aufweisen als das unbehandelte Füllwasser.
Die Zusammensetzung des gelösten Materials ist daher oft wichtiger als die Gesamtmenge.
Es ist auch wichtig, zwischen berechneter TDS, Leitfähigkeit und Schwebstoffen zu unterscheiden:
Berechnete TDS schätzt die Konzentration gelöster Stoffe im Wasser.
Leitfähigkeit misst, wie effektiv die gelösten Ionen dem Wasser ermöglichen, Strom zu leiten.
Schwebstoffe misst ungelöste Partikel wie Schlamm, Rost und Korrosionsrückstände.
Ein System kann daher klares Wasser mit sehr niedrigen Schwebstoffen haben, aber dennoch einen hohen TDS-Wert aufweisen, da gelöste Salze und Chemikalien unsichtbar sind.
Umgekehrt kann stark verschmutztes oder schlammiges Wasser hohe Schwebstoffe enthalten, ohne dass dies zu einem proportionalen Anstieg des berechneten TDS führt.
Da der berechnete TDS von der Leitfähigkeit abgeleitet wird, sollte er auch als Schätzung und nicht als direkte gravimetrische Messung verstanden werden. Die Beziehung zwischen Leitfähigkeit und TDS variiert je nach den vorhandenen Ionen. Analytische Richtlinien weisen darauf hin, dass Umrechnungsfaktoren je nach Wasserzusammensetzung erheblich variieren können.
Für die Fernox App sollte der von dem Fernox-Labor verwendete Umrechnungsfaktor daher die maßgebliche Grundlage für jeden berechneten Wert oder zugehörigen Bestanden-/Nichtbestanden-Schwellenwert sein, anstatt eine generische Leitfähigkeits-zu-TDS-Umrechnung anzuwenden.
Die nützlichste Interpretation wird durch den Vergleich von TDS mit dem Ergebnis des ursprünglichen Füllwassers, der Leitfähigkeit, bekannten Behandlungsprodukten und früheren Systemwasserergebnissen erreicht.